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Kampf dem Brustkrebs - Mammographie-Screening Neckar-Alb feiert 10-jähriges Jubiläum

Vor der Diagnose Brustkrebs graut es sicher jeder Frau, denn es ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Rund 70 000 Mal im Jahr stellen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland die Diagnose "Mammakarzinom". Über 17 000 Frauen sterben jährlich daran. Obwohl es die häufigste Krebsart bei Frauen ist, ist es aber nicht die gefährlichste. Rechtzeitig erkannt und behandelt, sind die meisten Erkrankungen heilbar. Das Mammographie-Screening bietet die beste Möglichkeit der Früherkennung. Seit nun 10 Jahren gibt es das Mammographie-Screening Neckar-Alb bei uns in der Region. Wir waren beim Jubiläum am Mittwochabend in Tübingen für Sie mit dabei.

Zehn Jahre lang können Frauen aus der Region schon zum Mammographie-Screening Neckar-Alb gehen. An drei Standorten haben die Mitarbeiter in dieser Dekade rund 316 000 Frauen untersucht – knapp 35 000 Frauen pro Jahr.

An diesen Standorten, unter anderem in Tübingen und Sindelfingen, haben Frauen zwischen 50 und 69 die Möglichkeit sich alle zwei Jahre untersuchen zu lassen.

Der dritte Standort ist das sogenannte „Mammobil" - ein Bus, der an verschiedenen Stationen in der Region Halt macht und die Brustuntersuchung durchführt.

Mittlerweile sei das Bussle bekannt wie ein bunter Hund, erzählt Dr. Volker Heinecke, Bezirksvorsitzender des Berufsverbands der Frauenärzte.

Die Notwendigkeit und der Nutzen ist zwar bei vielen Frauen angekommen, aber längst nicht bei allen. Die Teilnehmerrate beträgt lediglich 55%.

Schirmherrin des Programms, Gerlinde Kretschmann, kann das nicht verstehen. Sie meinte bei ihrer Rede, dass nichts an der Untersuchung so schlimm sein könne wie der Krebs selbst.

Auch wenn die Vorteile einer Früherkennung und die damit verbundenen Heilungschancen klar auf der Hand liegen, sehen zu viele Frauen noch mögliche Nachteile. Doch wie sehen die überhaupt aus?

Dr. Karin Bock, Leiterin Referenzzentrum Mammographie Südwest, erklärt, dass viele Frauen Angst vor einer Diagnose hätten. Wenn beispielsweise eine Frau mit 85 Jahren durch das Screening die Diagnose Brustkrebs erhält, dann wäre das durchaus ein Nachteil. Denn ohne Screening wäre der Brustkrebs zu Lebzeiten wohl nicht mehr festgestellt worden. Außerdem werden für die Untersuchung Röntgenstrahlen eingesetzt, was unter Umständen für den Organismus jüngerer Frauen auf Dauer ebenfalls ein Nachteil sein könnte.

Doch für deutlich jüngere oder ältere Frauen ist das Programm, zumindest im Moment, auch nicht gedacht. Die Gruppe von 50 bis 69 deckt die Gruppe Frauen ab, die das höchste Risiko für Brustkrebs aufweisen. Trotzdem würden sich viele wünschen, dass die Altersgrenzen erweitert würden.

Auch Prof. Krainick-Strobel fände eine Altersgrenzen-Verschiebung sinnvoll. Es gäbe bereits in einigen Ländern in Europa, zum Beispiel in England, die Möglichkeit ab 70 Jahren alle drei Jahre zum Mammographie-Screening zu gehen.

Für die nächsten 10 Jahre würden sich alle Beteiligten wünschen, dass mehr Frauen das Mammographie-Screening nutzen. Denn nur so können die Ärzte auch wirklich den Krebs heilen und so letztendlich Leben retten.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 26.04.18 - 19:47 Uhr   -   887 mal angesehen)
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