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Gelungene Inklusion - Besuch in der Reutlinger Jos-Weiß-Grundschule

Wenn es um das Thema Inklusion geht, ist die Reutlinger Jos-Weiß-Grundschule - laut einer Studie - eine Vorzeigeschule. Der Reutlinger Landrat Thomas Reumann besichtigte die Schule nun, um neue Impulse für eine Weiterentwicklung der inklusiven Maßnahmen auch für andere Schulen im Landkreis zu erhalten.
Grundschulunterricht

Sie gilt als Best-Practise Schule im Landkreis Reutlingen: die Jos-Weiß-Grundschule in der Reutlinger Innenstadt. In der Ganztagsschule werden sowohl Kinder mit als auch ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet. Und das mit Erfolg.

Schulleiterin Christiane Stieler führt das vor allem auf die engagierten Kollegen zurück. Diese bringen die richtige Haltung mit – und das sei das Wichtigste beim Thema Inklusion. Wer ängstlich an die Sache herangeht und nicht voll dahinter stehen könne, wird mit Sicherheit scheitern.

Denn eine spezielle Ausbildung erhalten die Grundschullehrer nicht. Trotzdem müssen sie sich um inklusive und Regelschüler gleichermaßen kümmern – wenn auch nicht alleine. Ein großer Unterschied zum regulären Unterricht ist es, dass – im besten Fall - immer auch eine Sonderpädagogin den Unterricht begleitet. Gemeinsam wird dann der Lernstoff so vorbereitet, dass alle Kinder daran lernen können.

So kümmern sich Sonderpädagogen genauso um die Regelschüler, und die Grundschullehrer kümmern sich ebenfalls um die inklusiven Schüler. So dass alle Kinder vom Vorhandensein der zwei oder manchmal sogar drei Lehrkräften profitieren können. Die Sonderpädagogen sind dabei keine Aushilfslehrer, sondern bilden einen festen Bestandteil des Lehrerkollegiums.

Der Reutlinger Landrat Thomas Reumann setzt sich für Maßnahmen zur Weiterentwicklung inklusiver Klassen ein. Speziell zu diesem Zweck wurde eine wissenschaftliche Untersuchung bei der Universität Koblenz-Landau in Auftrag gegeben. Das Ergebnis liege nun vor, was den Reutlinger Landrat dazu veranlasste ein besonders gelungenes Beispiel der Kategorie „Inklusion in der Schule" zu besuchen und herauszufinden, wie diese erfolgreiche Umsetzung genau funktioniert.

Reumann machte daher einen Praxis-Check direkt vor Ort: er besuchte die Klassen und sprach mit den Regel- und Sonderpädagogen. Dabei verglich er die Analysen des Gutachtens mit den echten Erfahrungswerten der Pädagogen.

Nach einer ersten Abschätzung fehlt es besonders an geeigneten Räumlichkeiten, aber auch an Fachkräften und Betreuungsmöglichkeiten.

Enorm wichtig sei aber auch der Austausch zwischen den Fachkräften und den Eltern, betonte Schulleiterin Christiane Stieler.

„Inklusion haben wir dann erreicht, wenn wir nicht mehr drüber reden müssen" sagte Landrat Reumann. Und weil man aktuell doch noch drüber reden muss, wird er zunächst - zusammen mit dem Selbsthilfe-Beirat und Mitgliedern der Inklusion-Konferenz - das Gutachten und mögliche Maßnahmen genau prüfen, um Schulen im Reutlinger Raum dementsprechend weiterzuentwickeln.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 12.10.17 - 14:52 Uhr   -   615 mal angesehen)
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