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Hechingen-Stein:

Römisches Freilichtmuseum baut Tempelbezirk wieder auf - Einzigartiges Projekt in Deutschland

Religion spielte auch im Leben der Römer eine wichtige Rolle - auch wenn sie damals noch völlig anders praktiziert wurde als die heutigen Religionen. Im süddeutschen Raum hatte jeder Gutshof sein eigenes kleines Tempelchen. Eine Villa Rustica mit einem kompletten Tempelbezirk, das ist allerdings eine Seltenheit. Im Römischen Freilichtmuseum Hechingen-Stein befindet sich der größte zu einem Gutshof gehörende Tempelbezirk Süddeutschlands. Und der soll jetzt wieder aufgebaut werden.

Erst aus der Luft wird das ganze Ausmaß des römischen Tempelbezirks in Hechingen-Stein sichtbar. In einer Ecke des römischen Freilichtmuseums ist es gelegen. Mit konservierten Mauerresten und der Rekonstruktion einer Kapelle sowie mit mehreren Götterfiguren bringt das Areal dem Besucher die römische Götterwelt näher. 

Doch in Zukunft soll der Tempelbezirk wieder so aussehen wie im dritten Jahrhundert nach Christus. Die Vollrekonstruktion des römischen Tempelbezirks,  das ist auch der Wunsch von Dr. Klaus Kortüm vom Landesamt für Denkmalpflege.  "Wir sehen hier die Chance, mal ein vollständiges Ensemble eines Tempelbezirks dem Besucher näherbringen zu können mit allen seinen Elementen, die in der Antike wichtig waren - von den Kapellen bis zum gesamten Ensemble", so Dr. Kortüm.
 
Zehn Kapellen innerhalb einer Umfassungsmauer, dazu die Wohnung des Priesters und ein Magazin für Gerätschaften. So präsentierte sich der Tempelbezirk in seinem letzten Ausbauzustand. Der soll auch wieder rekonstruiert werden und somit römische Religion für Besucher erlebbar machen.  "Wir sind also hier in einem besonderen Bezirk, einem heiligen Bezirk, der besonderen Regeln unterworfen war", so Dr. Kortüm. "Möglicherweise musste man beim Betreten gewisse rituelle Handlungen vollziehen, und dann ist man in den Kontakt mit den Göttern gekommen."
 
Der Wiederaufbau wird ein Neubau, der deshalb modernen Ansprüchen genügen muss, um genehmigungsfähig zu sein.  Gleichzeitig soll der Tempelbezirk so rekonstruiert werden, wie er ausgesehen haben könnte. Ein schwieriges Unterfangen. Das Architekturbüro Beuter arbeitet hier eng mit dem Landesdenkmalamt und dem Verein zusammen. Bei der Planung wurden der Original-Befund mit Vorbildern aus dem gesamten römischen Reichsgebiet kombiniert.

Im nächsten Schritt will der Verein den Bezirk in Eigenleistung wieder aufbauen. Fünf Jahre soll das dauern, die Finanzierung steht noch nicht. Der erste Vorsitzende des Fördervereins Gerd Schollian ist auf der Suche: "Ich hoffe ja, dass uns die Hechinger Industrie und das Handwerk und natürlich auch die umliegenden Städte nicht im Stich lassen und dass sie dieses einmalige Projekt in Süddeutschland entsprechend fördern; es gibt ja genügend Beispiele in anderen Städten, wo solche Anlagen gefördert werden, gerade von der Industrie, und ich hoffe, dass ich auch hier eine nötige Unterstützung bekomme.", so Schollian.
 
Doch mit den Gebäuden allein ist es noch nicht getan. Es ist der Wunsch des Landesdenkmalamts, dass die Mauern belebt werden und dass hier Kulthandlungen inszeniert werden – wie beispielsweise hier beim Römerfest. Ein Anfang soll auch bereits beim diesjährigen Römerfest gemacht werden.  Dann soll im Tempelbezirk ein Ritual des Mithras-Kultes stattfinden, eine Religion, die aus Persien stammt und die vor allem bei römischen Soldaten verbreitet war.
 
Am 27. und 28. August soll nicht nur der Tempelbezirk, sondern die ganze römische Villa wieder zum Leben erwachen. Mit Kelten, Römern und Alamannen können die Besucher dann wieder eine Zeitreise in die Vor- und Frühgeschichte der Region unternehmen.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 11.08.16 - 20:56 Uhr   -   4302 mal angesehen)
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