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Zukunftsaussichten für Metall- und Elektroindustrie unsicher

An der Spitze der Südwestmetall-Bezirksgruppe Reutlingen gab es einen Wechsel. Der bisherige Vorsitzende Stefan Wolf gab sein Amt nach sieben Jahren wegen zahlreicher ehrenamtlicher Aufgaben auf. Wolf ist ja auch Vorsitzender des gesamten Arbeitgeberverbandes Südwestmetall. Seinen Nachfolger wählte die Mitgliederversammlung gestern Nachmittag im Hotel Achalm in Reutlingen. Es ist Reiner Thede, neben Christian O. Erbe Geschäftsführer von ERBE Elektromedizin in Tübingen. Als erste Amtshandlung stellte Thede der Presse die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage vor.

Unsicher blickt die regionale Metall- und Elektroindustrie in die Zukunft. Jeder Vierte rechnet mit einem Rückgang der Aufträge. Ebenfalls rund ein Viertel glaubt, dass es im kommenden Jahr mehr Aufträge gibt, ein weiteres Drittel rechnet damit, dass alles so bleibt, wie es ist.

Die Konjunkturumfrage hat gezeigt, dass ein Großteil der Unternehmen mit nicht allzu hohen Erwartungen in das neue Jahr geht", sagte Reiner Thede. Das sei vor allem durch den Export geprägt, vor allem durch die Frage, wie sich das Wachstum in China weiterentwickelt.
 
Gerade China ist ein Sorgenkind der Metall- und Elektroindustrie, vor allem aber Russland. Positiv dagegen hat sich die Lage in Nordamerika, Westeuropa und vor allem auf dem Inlandsmarkt entwickelt. Doch gerade hier rechnet jeder fünfte mit einer Verschlechterung. Bei den Umsätzen erwartet nur jeder dritte eine Verbesserung. Mehr investieren als bisher wollen nur noch vierzehn Prozent der Unternehmen. Die Abschreibungen sind höher als Neuinvestitionen, die Industrie zieht sich also aus Deutschland zurück.

"Wenn man die drei Tarifabschlüsse der letzten Jahre zusammenzählt, waren das 14 Prozent Personalkostensteigerung", so Thede. "Und da gibt es natürlich viele Unternehmen, die Ausweichmöglichkeiten suchen müssen, und die sehen sie vor allem in Auslandsmärkten. Deswegen sehen wir vor allem bei Großunternehmen, aber auch vermehrt bei mittelständischen Unternehmen, dass zunehmend im Ausland Produktion aufgebaut wird. "
 
Trotz allem: Kurzarbeit oder gar Personalabbau sind bei den meisten Unternehmen noch kein Thema. Das Beschäftigten-Niveau soll so bleiben, wie es ist. "Das heißt, kein Arbeitsplatzaufbau in dem kommenden Jahr aktuell", so Thede. "Viele Unternehmen haben Arbeitsplatzaufbau in den sogenannten nichtproduktiven Bereichen, das heißt in Forschung und Entwicklung wird weiter kräftig investiert, aber die reine Produktion ist eher stagnierend oder gar rückläufig. "
 
Beim Thema Flüchtlinge ist die regionale Metall- und Elektroindustrie eher skeptisch. Die Hälfte spricht sich dagegen aus, Flüchtlingen Ausbildungsplätze anzubieten, je ein Drittel sagt auch Nein zur Beschäftigung oder zu Praktika für Flüchtlinge. Von sehr wenigen Unternehmen abgesehen ist der Rest noch unentschieden.  "Hauptproblem bei der Beschäftigung von Asylsuchenden und von Flüchtlingen ist natürlich die Sprache", sagte Thede. "Wir können in unserer Metall- und Elektroindustrie nur Menschen beschäftigen, die die deutsche Sprache beherrschen, allein schon aus Sicherheitsgründen, und eine gewisse Qualifikation sollten sie schon mitbringen. "
 
Die ist aber unter den Flüchtlingen schwer zu finden. Nur elf Prozent von ihnen hätten einen Berufsabschluss, der mit dem deutschen dualen Abschluss vergleichbar sei, so Thede unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

(Zuletzt geändert: Dienstag, 20.10.15 - 14:12 Uhr   -   881 mal angesehen)
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