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Homo Naledi - Frühester Mensch, Missing Link entdeckt? Wissenschaftler: Geschichte der Menschwerdung muss umgeschrieben werden!

In einer Höhle in Afrika haben Wissenschaftler um Professor Lee Berger möglicherweise den frühesten menschlichen Vorfahr entdeckt. Der "Naledi" benannte Mensch wurde offensichtlich von seinen Artgenossen in einer Höhlenkammer beerdigt - und könnte schon vor 3 Millionen Jahren gelebt haben. Nach Ansicht der Wissenschaftler muss aufgrund dieser Entdeckung die Geschichte der Menschwerdung umgeschrieben werden.

Das meldet als erstes Medium BBC News. Die Entdeckung wurde im Wissenschaftsjournal Elife veröffentlicht. Demnach wurden in einem Höhlen-System in Südafrika hunderte von Knochen gefunden, die insgesamt 15 Skelett-Teile repräsentieren. Die Forscher gehen davon aus, dass Home  Naledi zu rituellem Verhalten fähig war und seine Toten tief in einer unterirdischen Höhlen-Grabkammer begraben hat.

Homo Naledi hat ein orangengroßes Gehirn von der Größe eines Gorillas, ein primitives Becken und primitive Schultern. Das Skelett des Homo Naledi weist den Wissenschaftlern zufolge eine Mixtur aus primitiven und modernen Eigenschaften auf. Gegenüber BBC News sagte Teamleiter Professor Lee Berger, er glaube, dass Homo Neledi zu den ersten Mitgliedern der menschlichen Art, Homo, gehört haben könnten. Und dass er in Afrika schon vor bis zu 3 Millionen Jahre gelebt haben könnte. 

Sollte sich für den Homo Naledi ein Alter von drei Millionen Jahren bestätigen, wäre das eine wissenschaftliche Revolution: Dann wären schon vor drei Millionen Jahren unsere menschlichen Vorfahren in der Lage gewesen, ihre eigenen Toten zu bestatten. Eine Totenbestattung wird bislang nur dem Neandertaler zugeschrieben, der sich vor rund 200.000 Jahren entwickelte.

Beim Neandertaler wurde die Fähigkeit zur Bestattung von Toten aus einer Pollenanalyse eines Neandertaler-Grabes in der berühmten nordirakisch-kurdischen Shanidar-Höhle abgeleitet: Eine Pollenanalyse hatte ergeben, dass dem Toten wohl mehrere Arten von Heil- und Medizialpflanzenblüten mit ins Grab gegeben wurden.

Die Forschungs- und Ausgrabungsarbeiten von Professor Lee Berger, die jetzt in Südafrika zur Entdeckung des Homo Neledi führten, wurden von der National Geographic Society finanziert. Vom Höhleneingang benötigt man etwa 20 Miniten, um die mit hunderten von Knochen gefüllte Bestattungskammer zu erreichen. Wegen des sehr engen Höhensystems waren Professor Berger zufolge maßgeblich Wissenschaftlerinnen an den Arbeiten in der Höhe beteiligt.

Gegenüber BBC sagte die Wissenschaftlerin Marina Elliott, sie habe sich bei der Entdeckung gefühlt wie der Altertumsforscher Howard Carter, als er das Grab des Tutenchamun entdeckte: "Da sind sie in einem sehr beengten Raum, dann weitet sich der Raum und urplötzlich sehen Sie all diese wunderbaren Dinge - es war unbeschreiblich!"

Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass sie, tief in der Erde, eine Grabkammer gefunden haben, in der die Homo Naledi-Menschen möglicherweise über Jahrhunderte ihre Vorfahren zur letzten Ruhe gebettet haben. Das Höhlensystem heißt in der Sesotho-Sprache der Bevölkerung übrigens "Aufgehender Stern". Und "Homo Neledi" heißt. darus abgeleitet: "Sternen-Mensch".

Der Arrtikel über die Entdeckung des Homo Naledi wurde von Prof. Nicholas J. Conard (Reviewing editor) und Prof. Johannes Krause (Reviewing editor), beide Universtät Tübingen, begutachtet. Conard und Krause schlagen vor, ein intensives Augenmerk auf einen Vergleich des neu entdeckten Homo Naledi mit dem vor wenigen Jahren auf der indonesischen Insel Flores entdeckten Homo Florensis ("Hobbit") zu richten.

Hier geht es zu einem weiteren Bericht auf Basis der Pressemitteilung des MPI Leipzig, das ebenfalls an der Entdeckung mit beteiligt war!

 

Original-Publikation:

Lee R Berger (Corresponding Author)  & Kollegen: Homo naledi, a new species of the genus Homo from the Dinaledi Chamber, South Africa

Dieser Bericht wird in nächster Zeit noch mit weiteren Informationen zum Fund des "Homo Neledi" aktualisiert.

Sonntag, 20. März 2016
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Donnerstag, 10. September 2015
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Freitag, 28. August 2015
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28.08.2015. War Homo Habilis, der "geschickte Mensch", doch kein direkter Vorfahr des Menschen? Darauf deutet ein 1,8 Millionen Jahre alter Fingerknochen hin, der jetzt von Wissenschaftlern entdeckt wurde. Demnach existierte in Afrika neben Homo Homo Habilis und Pan noch eine dritte Vormenschenart, deren Fingerknochen sehr viel menschenähnlicher ist - im Vergleich zu den Fingern von Homo Habilis, der bislang als unser Vorfahr galt. [Weiterlesen]
Mittwoch, 22. Juli 2015
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Freitag, 10. Juli 2015
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Donnerstag, 28. Mai 2015
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Samstag, 02. Mai 2015
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02.05.2015. Forscher von der Universität Bologna in Italien und vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig untersuchten zwei uralte Milchzähne aus der Grotta di Fumane und aus Riparo Bombrini in Norditalien und konnten diese anatomisch modernen Menschen zuordnen. Dazu wendeten die Forscher modernste Methoden an: Neue 14C-Daten von Knochen und Kohle aus Riparo Bombrini sowie bereits veröffentlichte genetische Daten zum Fund aus der Grotta di Fumane ergaben, dass es sich bei den Besitzern der Zähne um die ältesten modernen Menschen handelt, die der archäologischen Kultur des Aurignaciens angehörten und etwa zeitgleich mit den letzten Neandertalern lebten. Die Ergebnisse könnten das Verständnis des Miteinanders von modernen Menschen und Neandertalern sowie die Debatte um das Aussterben der Neandertaler maßgeblich prägen. [Weiterlesen]

13:10 Ältester Nachweis von Pilzen als Nahrungsmittel - Zahnstein-Untersuchungen: Menschen der Altsteinzeit konsumierten schon Pilze & Pflanzen
02.05.2015. Über die Nahrungsgewohnheiten der Menschen, die im Jungpaläolithikum, dem jüngeren Abschnitt der Altsteinzeit vor 18.000 bis 12.000 Jahren während der archäologischen Kulturstufe des Magdaléniens lebten, ist nur wenig bekannt. Besonders schwer lassen sich pflanzliche Nahrungsstoffe nachweisen, denn sie hinterlassen nur geringe Spuren im menschlichen Körper. Unter der Leitung von Robert Power vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat ein internationales Forscherteam den uralten Zahnstein von Menschen aus dem Magdalénien untersucht, deren Überreste man in der El Mirón-Höhle in Spanien ausgegraben hatte. [Weiterlesen]
Donnerstag, 16. April 2015
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16.04.2015. Das Team um den britischen Wissenschaftler Graeme Barker hat in der Shanidar-Höhle weitere Neandertaler-Überreste entdeckt. Das teilte Barker am Dienstag der kurdischen Nachrichtenplattform Rudaw mit. Die Höhle liegt im Zagros-Gebirge im irakischen Teil Kurdistans bei Erbil, nahe der türkischen Grenze. Die Neandertaler-Überreste wurden Barker zufolge auf ein Alter von rund 37.000 Jahren datiert. [Weiterlesen]
Mittwoch, 04. März 2015
20:19 Digitale Wiedergeburt des berühmten Homo habilis - Rekonstruktion wirft neues Licht auf die menschliche Evolution
04.03.2015. Mithilfe modernster bildgebender Verfahren rekonstruierte ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Fred Spoor vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und dem University College London das Originalfossil von Homo habilis. Die Rekonstruktion zeigt diesen bisher stets kontrovers diskutierten menschlichen Vorfahren jetzt in einem neuen und unerwarteten Licht. Die Ergebnisse offenbaren, das Homo habilis sich von anderen frühen menschlichen Arten unterscheidet und, dass seine evolutionären Wurzeln noch weiter zurück reichen als bisher gedacht. [Weiterlesen]
Donnerstag, 22. Januar 2015
17:54 Urmenschen nutzten Hände schon wie wir - Australopithecus africanus: Kräftige Hände zum Zupacken
22.01.2015. Die menschliche Hand unterscheidet sich in mancher Hinsicht von der Hand anderer Primaten. Mit ihr können wir Gegenstände präzise greifen und sie unter Kraftanwendung gebrauchen. Doch wie verwendeten unsere frühen menschlichen Vorfahren ihre Hände? Diese Frage war unter Wissenschaftlern lange umstritten. Anthropologen der University of Kent und des University College London, des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Technischen Universität Wien konnten bestätigen, dass Australopithecus africanus vor drei bis zwei Millionen Jahren bereits Steinwerkzeuge nutzte. Er setzte dazu seine Hände auf dieselbe Art und Weise ein wie moderne Menschen heute. [Weiterlesen]
Donnerstag, 23. Oktober 2014
14:20 "Wir und die Neandertaler" - Gemeinsamer Sex vor 58.000 Jahren
Die genetische Analyse eines Femur-Knochens hat jetzt Gewissheit gebracht: Wir vermischten uns mit den Neandertalern vor 52.000 bis 58.000 Jahren. Das melden jetzt die Fachzeitschrift SCIENCE und NATURE. Der perfekt erhaltene Knochen war in Westsibirien an einem erodierenden Flußufer, nahe der Stadt Ust-Ishim, entdeckt worden. Dass die heutigen Menschen (Homo Sapiens Sapiens) Neandertaler-Gene in sich tragen, hatten zwar bereits frühere genetische Analysen zutage gebracht: 2% unserer Gene stammen von Neandertalern (Homo Sapiens Neanderthalensis) ab. Aber wann genau passierte denn die ...ähem ... Sache zwischen uns und den Neandertalern ... ? [Weiterlesen]
Donnerstag, 31. Juli 2014
10:38 40.000 Jahre alte Löwenfigur nicht mehr kopflos
Die ältesten Kunstwerke der Welt sind rund 40.000 Jahre alt, stammen aus Höhlen auf der Schwäbischen Alb und werden bereits seit Jahrzehnten von den Urgeschichtlern der Universität Tübingen erforscht. Eine bereits im Jahr 1931 entdeckte Löwenfigur erhielt jetzt ihren Kopf zurück. Für die Fachwelt bedeutet das weitreichende neue Erkenntnisse – auch über die Entstehung der Kunst. [Weiterlesen]
Donnerstag, 29. Mai 2014
10:50 "Steinartefakte" - Tübinger Wissenschaftler veröffentlicht "Nachschlagewerk für Jahrzehnte"
Die Steinzeit – für viele ist das eine längst vergangene Epoche unserer Geschichte. Wenige wissen aber, dass die Steinzeit die wohl längste Phase der Menschheit ausmacht, nämlich 99,9 Prozent. Und auch, obwohl diese Zeit längst passé ist, finden sich heute immer noch Gegenstände von damals. Über diese sogenannten Steinartefakte hat der Tübinger Uniprofessor Harald Floss ein wegweisendes Buch herausgebracht. [Weiterlesen]


(Zuletzt geändert: Montag, 17.07.17 - 15:23 Uhr   -   4896 mal angesehen)
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