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Chef der EU-Investitionsbank:

Deutschland investiert zu wenig in Digitalisierung

Nach Ansicht des Präsidenten der Europäischen Investitionsbank, Werner Hoyer, investiert Deutschland viel zu wenig in die Digitalisierung und muss deutlich mehr Geld einsetzen, um nicht abgehängt zu werden.
Glasfaser-Anschluss Foto: pixelio.de - escapechen

In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Hoyer: "Was ich im Moment an Summen höre, finde ich ausgesprochen bescheiden." Deutschland brauche eine bessere Infrastruktur, mehr Datenverarbeitungs-Kapazitäten und Datenzentren: "Denn das ist das Rückgrat der Ökonomie der Zukunft." Hier müsse eine neue Bundesregierung "richtig Geld in die Hand nehmen".

Hoyer mahnte, dass Deutschland beim Glasfaserausbau abgeschlagen sei und in der EU "auf den hinteren Plätzen liegt, hinter Polen und Österreich".

Im Digital-Index der EU-Kommission belegt die Bundesrepublik nur den elften Rang - und ist damit Mittelmaß unter den 28 EU-Ländern. Vorne liegen die nordischen Staaten Dänemark, Schweden und Finnland. Der Chef der Investitionsbank EIB forderte: "Auf EU-Ebene wünsche ich mir eine gemeinsame deutsch-französische Führungsrolle zu diesem Thema, von Breitband bis hin zu Clouds." Deutschland müsse die Aufbruchstimmung in Frankreich unter dem neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron nutzen: "Die Deutschen dürfen sich nicht hinter Reizthemen wie der vermeintlichen Vergemeinschaftung von Schulden verstecken." Es sei ganz wichtig, dass Deutschland mal "über die Phase des Nein-Sagens hinausgeht".

Die 1958 gegründete EIB gehört den EU-Mitgliedstaaten und fördert Projekte mit günstigen Krediten.

(Samstag, 07.10.17 - 07:16 Uhr   -   349 mal angesehen)